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Fachartikel rund um das Thema Versicherung.

11.01.2010 Sparmaßnahmen bei gesetzlichen Krankenkassen gefordert.


In Zeiten steigender Kosten im Gesundheitswesen haben es nicht nur die privaten Krankenversicherungen schwer.
Während die PKV allerdings wirtschaftlich effizient ist und die Finanzierung des privaten Gesundheitssystems auch für die nächsten Jahre durch genaue Planung gut gesichert scheint, stehen die gesetzlichen Krankenkassen wirtschaftlich nicht ganz so gut da. In diesem Jahr haben die GKV rund 7,5 Mrd. Euro Verlust gemacht. Natürlich muss hier auch der Staat bereits mit Steuerzuschüssen einspringen. Doch vom Staat kommen lediglich 4,5 Mrd. Euro Zuschuss. Somit klafft eine riesige Finanzlücke im gesetzlichen Gesundheitssystem.

Aus diesem Grund mehren sich auch die Stimmung nach der Neuordnung des gesetzlichen Krankenversicherungssystems. Um die Lage in den Griff zu bekommen, ist ein umfassendes Sparpaket notwendig. Derzeit versuchen die gesetzlichen Krankenkassen durch Sonderbeiträge auf die Kostensituation zu reagieren. Diese werden voraussichtlich bei mindestens 8 Euro im Monat und maximal 37,75 Euro im Monat liegen.

Die Versicherten müssen diese Beiträge selbst bezahlen, was für viele auch ein Grund sein könnte, über einen Versicherungswechsel nachzudenken. Das möchten die GKV selbstverständlich verhindern, da ein Abwandern der Versicherten die Situation noch verschlimmern könnte.

Einer neuen Studie zufolge haben bereits über 60 Prozent der Versicherten in der gesetzlichen Krankenkasse bereits einmal über einen Wechsel der Krankenversicherung nachgedacht und stehen dem Wechsel generell offen gegenüber. Werden die Zusatzgebühren tatsächlich eingehoben, ist in jedem Fall mit einer stärkeren Abwanderung der Versicherten zu rechnen. Wie hoch die Anzahl der Wechsler sein wird, kann noch nicht vorausgesagt werden. Eine Möglichkeit, die Versicherten zu halten, besteht darin, bessere Leistungen zu bieten. Doch dies ist meist auch wieder mit Kosten verbunden und somit eher schwerer zu bewerkstelligen.

Die GKV sind sich jedoch einhellig darüber einig, dass die Diskussionen über Einsparungsmaßnahmen in jedem Fall dringend notwendig sind. Denn auch für das Jahr 2010 wird bereits ein weiterer Milliardenverlust vorhergesagt. Alleine die Geldreserve für den Gesundheitsfonds, die die GKV aufbringen müssen, macht rund 800 Mio. Euro aus. Die voraussichtlichen Ausgaben der GKV werden die Einnahmen jedenfalls übersteigen. Und es ist nicht anzunehmen, dass noch mehr Versicherte dazu gewonnen werden können. Ganz im Gegenteil ist eher davon auszugehen, dass wiederum Versicherte an die PKV verloren werden. Daher soll vor allem bei den Kosten für die Arzneimittel gespart werden, da dies ein großer Kostenblock ist. Überdies hinaus werden auch zusätzliche Zuschüsse vom Staat in Form von Steuern gefordert, um die Zahlungsbilanz der Krankenkassen ausgleichen zu können. Denn ohne entsprechende Umstrukturierungsmaßnahmen sieht es für die GKV nicht allzu gut aus.

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