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Fachartikel rund um das Thema Versicherung.

03.06.2009 Der Trend der Zusatzversicherungen ist steigend

Die Angst, nicht mehr ausreichend genug versichert zu sein.

Die Angst bei den Bundesbürgern, nicht mehr genügend versichert zu sein, steigt. Die Reformen des Gesundheitswesens wie auch die Einschneidungen der Leistungskataloge der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) können hierfür als Gründe angesehen werden. Aber auch eine hohe Arbeitslosigkeit sowie die wirtschaftliche Misere spielen hierbei eine Rolle. Das Sozialgesetzbuch V, §12 sagt eindeutig: “Alle Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein - sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten“. Jetzt könnte man - in Zeiten der knappen Mittel - lang darüber diskutieren, was das “Maß des Notwendigen“ wirklich bedeutet.

In unserer stark individualisierten Gesellschaft kann die Anforderung des Einzelnen an das Gesundheitssystem und die Versorgung im Krankheitsfall sehr unterschiedlich sein. Das setzt voraus, dass jeder Bundesbürger in der Lage sein sollte, seinen Krankenversicherungsschutz individuell gestalten zu können. Die Einheitsversorgung der GKV mit einem weitgehend standardisierten Leistungskatalog gibt vielen Versicherungsnehmern nicht mehr die genügende Deckung, speziell bei gesetzlichen Lücken. Ein privat Versicherter hat zumindest die Möglichkeit, mit dem Umfang der Absicherung seine Bedürfnisse für sich und seine Familie abzudecken, egal ob er sich nun für einen Mindest- oder Höchstbeitrag der Krankenversicherung entscheidet . Der Versicherungsschutz bei einer privaten Krankenasse gilt lebenslang, auch Reformen des Gesundheitswesens können dies nicht beeinträchtigen.

Wie der Verband der privaten Krankenversicherung e.V. (PKV) veröffentlichte, hatten im Jahre 2007 mehr als fünf Millionen deutsche Versicherungsnehmer eine Krankenhaus-Zusatzversicherung abgeschlossen. Die Tarife erfreuen sich steigender Beliebtheit, was laut des PKV auf die Einschnitte in den Leistungskatalogen der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) zurückzuführen ist.

Insgesamt waren 8,62 Millionen deutsche Bundesbürger im Jahre 2008 privat versichert, was mehr als 69.800 zum Vorjahr ausmacht und ein Plus von 0,8 Prozent bedeutet. Im gleichen Jahr wurden 20,95 Millionen Zusatzversicherungen abgeschlossen; 942.100 mehr als im Jahre 2007, also ein Plus von 4,7 Prozent.

Eine ausreichende Leistung der Früherkennung und Verhütung einer Verschlimmerung und Vorbeugung von Folgeerkrankungen sind zum Beispiel in den Tarifen der privaten Krankenversicherungsunternehmen vorgesehen und sind somit Bestandteil des vertraglichen Versicherungsschutzes. Laut des PKV darf sich der Staat weder aus der Organisations- noch aus der Finanzierungsverantwortung entlassen, da eine erfolgreiche Primärprävention nicht nur dem Bereich der Gesundheitspolitik zuzuordnen ist, sondern auch die Familien-, Bildungs- und Umweltpolitik mit einschließt. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die aus diesem Grunde auch gesamtgesellschaftlich, also über Steuern finanziert werden sollte.

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